Vergilbte Fliesenfugen mit einer Natronpaste aufhellen
Helle Fliesenfugen können im Bad schnell gelblich, grau oder dunkel werden. Seifenreste, Hautfette, Staub und ständig vorhandene Feuchtigkeit setzen sich in der porösen Oberfläche fest und lassen selbst saubere Fliesen ungepflegt aussehen. Statt sofort zu aggressiven Reinigern zu greifen, kann bei normalen Verschmutzungen bereits Natron mit Wasser und etwas Spülmittel helfen. Entscheidend sind eine kurze Einwirkzeit, eine geeignete Bürste und gründliches Nachspülen. Bei Schimmel gelten allerdings andere Regeln.
Mit nur einer Zutat aus dem Küchenschrank arbeitet die Methode aus Fliesenfugen werden wieder sauber wie neu. Wie dunkle Fugen wieder hell werden, beschreibt die effektivste Methode dafür, und Silikon braucht die Sonderbehandlung aus diesem Beitrag zu Fliesen- und Silikonfugen.

Die einfache Natron-Methode für verschmutzte Fliesenfugen
Natron ist leicht alkalisch und unterstützt das Ablösen von fettigen und organischen Verschmutzungen. Als feuchte Paste bleibt es außerdem direkt auf der Fuge liegen. Eine alte Zahnbürste oder eine spezielle Fugenbürste übernimmt anschließend die mechanische Reinigung.
Sie benötigen:
- 50 g Natron
- etwa 30–40 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes Handspülmittel
- eine kleine Schüssel
- eine weiche bis mittelharte Fugenbürste
- klares Wasser
- ein Mikrofasertuch
- Haushaltshandschuhe
So gehen Sie vor:
- Saugen oder wischen Sie zunächst losen Staub und Haare vom Boden. Die Fugen sollten frei zugänglich sein.
- Vermischen Sie 50 g Natron mit zunächst 30 ml lauwarmem Wasser und 1 Teelöffel Spülmittel. Geben Sie bei Bedarf etwas mehr Wasser hinzu, bis eine streichfähige Paste entsteht.
- Verteilen Sie die Paste dünn auf den verschmutzten Zementfugen. Lassen Sie sie 10 Minuten einwirken. Die Paste sollte nicht vollständig eintrocknen.
- Bürsten Sie jede Fuge mit mäßigem Druck etwa 20 bis 30 Sekunden. Arbeiten Sie abschnittsweise und vermeiden Sie unnötig starkes Scheuern.
- Nehmen Sie die Rückstände mit reichlich klarem Wasser auf und wischen Sie mindestens ein zweites Mal mit sauberem Wasser nach. Anschließend trocknen lassen.
Bei normalen Ablagerungen sollten die Fugen nach dem vollständigen Trocknen sichtbar gleichmäßiger und heller wirken. Tief verfärbte oder dauerhaft beschädigte Fugen werden dadurch jedoch nicht automatisch wieder weiß.
Bei leichten Verschmutzungen reicht oft Spülmittel
Nicht jede dunkle Fuge braucht Natron. Besonders in der Dusche können Hautfette, Pflegeprodukte und Seifenreste einen schmierigen Film hinterlassen, der Schmutz bindet.
Geben Sie 1 Teelöffel mildes Spülmittel auf 500 ml warmes Wasser. Verteilen Sie die Lösung mit einer Bürste auf den Fugen und lassen Sie sie 5 Minuten einwirken. Anschließend etwa 20 Sekunden pro Abschnitt bürsten und mit klarem Wasser gründlich nachwischen.
Spülmittel enthält Tenside, die fettige Ablagerungen besser mit Wasser abtransportierbar machen. Diese Methode eignet sich deshalb gut für die regelmäßige Unterhaltsreinigung.
Auf empfindlichen Natursteinflächen sollte trotzdem vorher geprüft werden, welche Reinigungsmittel der Hersteller erlaubt. Entscheidend ist nicht nur die Fuge, sondern auch das angrenzende Material.
Kalkablagerungen anders behandeln als Schmutz
Weiße oder harte Ablagerungen rund um Dusche und Bodenablauf können Kalk sein. Natron ist dafür nicht die beste Wahl. Säurehaltige Reiniger können Kalk lösen, dürfen aber nicht bedenkenlos auf jeder Fuge und jedem Fliesenmaterial eingesetzt werden.
Bei säurebeständigen keramischen Fliesen kann ein dafür vorgesehener Bad- oder Kalkreiniger nach Herstellerangabe verwendet werden. Fugen vorher mit Wasser anfeuchten, damit sie weniger Reiniger aufnehmen, und die angegebene Einwirkzeit genau beachten. Danach mit reichlich Wasser spülen.
Auf Marmor, Travertin, Kalkstein und anderen säureempfindlichen Natursteinen dürfen Essig, Zitronensäure und andere saure Kalkreiniger nicht verwendet werden. Sie können die Oberfläche dauerhaft verätzen.
Auch Zementfugen sollten nicht regelmäßig mit starken Säuren behandelt werden.
Den Bodenablauf gleich mitreinigen
Rund um einen Bodenablauf sammeln sich besonders leicht Seifenreste und Schmutz. Für die sichtbaren Edelstahlflächen reicht normalerweise eine milde Reinigung.
Mischen Sie 500 ml warmes Wasser mit 1 Teelöffel Spülmittel. Reinigen Sie Abdeckung und unmittelbaren Rand mit einem weichen Schwamm. Nach 2 bis 3 Minuten mit klarem Wasser abspülen und mit einem weichen Tuch trocknen.
Keine Stahlwolle verwenden: Sie kann Edelstahl zerkratzen und Fremdrost begünstigen.
Haare und sichtbare Rückstände im Ablauf sollten regelmäßig mechanisch entfernt werden. Unterschiedliche Abflussreiniger dürfen niemals miteinander kombiniert werden.
Besonders wichtig: Chlorhaltige Reiniger niemals mit Essig, Zitronensäure oder anderen Säuren mischen. Dabei kann giftiges Chlorgas entstehen.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Essig als Universalreiniger verwenden: Essig ist nicht für jede Fliese und Fuge geeignet. Naturstein kann dauerhaft beschädigt und zementhaltiges Fugenmaterial bei häufiger Säurebehandlung angegriffen werden.
Natron kräftig über Hochglanzflächen scheuern: Natronpartikel können empfindliche Oberflächen durch mechanische Reibung mattieren. Die Paste deshalb gezielt auf die Fugen geben.
Verschiedene Reiniger mischen: Besonders Chlorreiniger dürfen niemals mit Säuren oder anderen Haushaltsreinigern kombiniert werden. Produkte grundsätzlich einzeln verwenden.
Schimmel einfach überbürsten: Schwarze Punkte können mikrobieller Bewuchs sein. Wiederkehrender oder größerer Schimmelbefall benötigt Ursachenklärung, insbesondere bei dauerhafter Feuchtigkeit.
Reinigungsreste liegen lassen: Rückstände können einen Film bilden, an dem neuer Schmutz schneller haftet. Deshalb immer gründlich mit klarem Wasser nachwischen.
Für dauerhaft sauberere Fugen
Ziehen Sie nach dem Duschen überschüssiges Wasser ab und sorgen Sie für gute Lüftung. Je schneller Fugen trocknen, desto ungünstiger sind die Bedingungen für erneute Beläge.
Reinigen Sie stark beanspruchte Badböden regelmäßig mit einer milden Spülmittellösung, statt zu warten, bis sich dicke Ablagerungen gebildet haben.
Bei beschädigten, rissigen oder dauerhaft verfärbten Fugen hilft Reinigung nur begrenzt. Dann kann eine fachgerechte Erneuerung sinnvoller sein.
Häufige Fragen
Kann ich Natron und Essig zusammen auf die Fugen geben?
Das ist für diese Anwendung nicht sinnvoll. Säure und Natron reagieren miteinander und neutralisieren sich weitgehend. Verwenden Sie stattdessen das jeweils zum Problem und Material passende Mittel getrennt.
Wie lange soll die Natronpaste einwirken?
Für normale Verschmutzungen sind etwa 10 Minuten ausreichend. Danach bürsten und gründlich mit Wasser nachspülen.
Warum sind meine Fugen nach der Reinigung noch dunkel?
Feuchte Fugen erscheinen häufig dunkler. Lassen Sie sie vollständig trocknen. Bleibt die Verfärbung bestehen, kann sie tiefer im Material sitzen oder auf dauerhafte Verfärbung beziehungsweise mikrobiellen Bewuchs zurückgehen.
Kann ich die Methode auf Silikonfugen anwenden?
Die Natronpaste ist vor allem für robuste mineralische Fugen gedacht. Bei Silikon sollte man nicht aggressiv bürsten. Dunkle Flecken im Silikon, die tief im Material sitzen, lassen sich häufig nicht dauerhaft wegputzen; stark befallenes oder beschädigtes Silikon muss gegebenenfalls erneuert werden.
