Dieses Kartoffel-Camembert-Gratin ist pure Ofenliebe – innen cremig, oben goldbraun und herrlich einfach
Wenn goldbraune Kartoffelscheiben auf würzige Sahne und einen ganzen, im Ofen wunderbar weich werdenden Camembert treffen, entsteht ein Familienessen, bei dem man gerne noch einen Löffel mehr nimmt. Dieses Kartoffel-Camembert-Gratin braucht nur wenige Zutaten und lässt sich auch von Kochanfängern problemlos zubereiten. Die Kartoffeln werden kurz vorgegart, damit sie im Ofen zuverlässig weich werden, während der Camembert in der Mitte schmilzt und eine aromatische, leicht gebräunte Kruste bekommt. Knoblauch und Muskat runden die cremige Sauce ab. Ein unkompliziertes Ofengericht für alle, die Kartoffelgratin besonders herzhaft mögen.

Praktische Informationen
- Vorbereitung: 20 Minuten
- Ruhezeit: keine
- Backzeit: 35 Minuten
- Gesamtzeit: 55 Minuten
- Portionen: 4
- Schwierigkeitsgrad: einfach
- Größe der Auflaufform: rund, etwa 26 cm Durchmesser
Zutaten
- 800 g festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln
- 1 Knoblauchzehe
- 200 ml Schlagsahne
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer
- 2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss
- 1 Camembert, etwa 250 g
Zubereitung
- Kartoffeln vorbereiten.
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze oder 180 °C Umluft vorheizen. Die Kartoffeln schälen und in möglichst gleichmäßige, etwa 3 bis 4 mm dicke Scheiben schneiden. Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und die Kartoffelscheiben darin 6 bis 7 Minuten vorgaren. Sie sollen etwas weicher werden, aber noch stabil genug sein, um beim Abgießen nicht auseinanderzufallen. Anschließend vorsichtig abgießen und kurz ausdampfen lassen. - Knoblauchsahne zubereiten.
Während die Kartoffeln vorgaren, die Knoblauchzehe schälen und sehr fein hacken oder pressen. Sahne, Knoblauch, Salz, schwarzen Pfeffer und Muskatnuss in einer Schüssel gründlich verrühren. Die Gewürze sollten sich gleichmäßig in der Sahne verteilen. - Kartoffeln einschichten.
Die vorgegarten Kartoffelscheiben leicht überlappend in einer runden Auflaufform von etwa 26 cm Durchmesser verteilen. Besonders schön und gleichmäßig gart das Gratin, wenn die Scheiben von außen nach innen kreisförmig angeordnet werden. Dabei in der Mitte genügend Platz für den Camembert lassen. Die Kartoffeln nicht zu dicht übereinanderstapeln, damit die Sahne gut zwischen die einzelnen Scheiben gelangen kann. - Sahne verteilen.
Die vorbereitete Knoblauchsahne langsam und gleichmäßig über die Kartoffeln gießen. Darauf achten, dass sie auch zwischen die Kartoffelscheiben läuft. Die Kartoffeln müssen nicht vollständig von Flüssigkeit bedeckt sein. Während des Backens zieht ein Teil der Sahne ein und verbindet sich mit der Kartoffelstärke zu einer cremigen Sauce. - Camembert einsetzen.
Den Camembert im Ganzen in die Mitte der Auflaufform setzen. Die Oberseite mit einem scharfen Messer vorsichtig kreuzweise beziehungsweise rautenförmig einritzen. Nur die Rinde einschneiden und nicht tief in den Käse schneiden. Dadurch kann sich die Oberfläche beim Backen schön öffnen, während der cremige Käsekern weitgehend zusammenbleibt. - Gratin backen.
Die Auflaufform auf die mittlere Schiene des heißen Backofens stellen und das Kartoffel-Camembert-Gratin etwa 30 Minuten backen. Danach kontrollieren: Die Kartoffeln sollten vollständig weich sein, die Sahne deutlich eingedickt und der Camembert heiß und cremig. Für eine kräftigere Bräunung das Gratin anschließend noch 3 bis 5 Minuten weiterbacken. Die Oberfläche sollte appetitlich goldbraun sein, ohne dass der Käse verbrennt. - Direkt servieren.
Das fertige Gratin aus dem Ofen nehmen und etwa 2 Minuten stehen lassen, damit sich die sehr heiße Sauce etwas setzt. Anschließend direkt servieren. Beim Anschneiden sollte der Camembert weich und cremig aus der Mitte laufen und sich mit den zarten Kartoffelscheiben und der würzigen Sahnesauce verbinden.
Tipps für ein gelungenes Gratin
- Kartoffelscheiben gleichmäßig schneiden: Unterschiedlich dicke Scheiben garen nicht gleichzeitig. Ein Gemüsehobel erleichtert das gleichmäßige Schneiden erheblich.
- Das Vorgaren nicht überspringen: Camembert braucht wesentlich weniger Zeit als rohe Kartoffeln. Durch das kurze Vorkochen werden die Kartoffeln zuverlässig weich, ohne dass der Käse zu lange im Ofen bleiben muss.
- Den Camembert nur oben einritzen: Wird die Rinde seitlich oder zu tief eingeschnitten, kann ein großer Teil des geschmolzenen Käses frühzeitig auslaufen.
- Mit Salz vorsichtig umgehen: Camembert bringt bereits eine deutliche Würze mit. Deshalb reichen 1/2 TL Salz für die Sahne in der Regel aus.
- Garprobe machen: Mit der Spitze eines kleinen Messers in eine Kartoffelscheibe stechen. Sie sollte ohne spürbaren Widerstand hineingleiten.
- Bräunung beobachten: Jeder Backofen arbeitet etwas anders. Besonders während der letzten fünf Minuten sollte die Oberfläche kontrolliert werden.
Varianten und Substitutionen
- Brie statt Camembert: Ein Brie mit ähnlichem Gewicht funktioniert ebenfalls. Er schmeckt meist etwas milder und kann beim Erhitzen stärker verlaufen.
- Kochsahne statt Schlagsahne: 200 ml Kochsahne können im gleichen Verhältnis verwendet werden. Die Sauce wird dadurch etwas weniger vollmundig und je nach Fettgehalt auch etwas dünner.
- Mehligkochende Kartoffeln: Sie sind ebenfalls möglich, zerfallen nach dem Vorgaren jedoch leichter und ergeben ein weicheres, weniger klar geschichtetes Gratin.
- Kräftiger Camembert: Wer ein intensiveres Käsearoma bevorzugt, verwendet einen gut gereiften Camembert. Die Zubereitung und Backzeit verändern sich dadurch nicht.
- Mildere Variante: Ein junger, milder Camembert macht das Gericht familienfreundlicher und weniger kräftig im Geschmack, ohne die cremige Konsistenz wesentlich zu verändern.
Aufbewahrung
Reste sollten nicht länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen. Das vollständig abgekühlte Gratin anschließend luftdicht verschlossen in den Kühlschrank geben und innerhalb von 2 Tagen verbrauchen. Zum Aufwärmen eine Portion bei etwa 160 °C Ober-/Unterhitze abgedeckt erhitzen, bis Kartoffeln und Käse auch in der Mitte vollständig heiß sind. Einfrieren ist möglich, aber nicht ideal: Kartoffeln können nach dem Auftauen etwas körnig oder wässrig werden und die Sahnesauce kann sich leicht trennen. Frisch oder am nächsten Tag schmeckt das Gratin deutlich besser.
Häufige Fragen
Muss ich die Kartoffeln wirklich vorkochen?
Für diese Rezeptvariante ist es empfehlenswert. Der ganze Camembert würde bei der langen Backzeit, die vollständig rohe Kartoffeln benötigen, zu stark schmelzen und möglicherweise auslaufen. Durch 6 bis 7 Minuten Vorgaren stimmen die Garzeiten von Kartoffeln und Käse besser überein.
Kann ich die Kartoffeln mit Schale verwenden?
Ja, bei Kartoffeln mit dünner, unbeschädigter Schale ist das möglich. Sie müssen dann besonders gründlich gewaschen und abgebürstet werden. Mit geschälten Kartoffeln wird die Konsistenz des Gratins allerdings etwas feiner.
Warum bleibt meine Sauce sehr flüssig?
Das kann passieren, wenn die Kartoffeln sehr feucht in die Form kommen oder besonders wenig Stärke abgeben. Nach dem Vorgaren deshalb gut abtropfen und ausdampfen lassen. Die Sauce sollte am Ende cremig sein und nicht wie reine Sahne zwischen den Kartoffeln stehen.
Woran erkenne ich, dass das Kartoffel-Camembert-Gratin fertig ist?
Drei Merkmale sind entscheidend: Die Kartoffeln lassen sich leicht mit einem Messer durchstechen, die Sahnesauce ist sichtbar eingedickt und der Camembert fühlt sich unter seiner goldbraunen Oberfläche sehr weich an. Dann kann das Gratin direkt heiß aus dem Ofen serviert werden.
Cremig überbacken sind ebenso Ofenkartoffeln mit cremiger Käsefüllung. Mit Fisch wird daraus der knusprige Kartoffel-Thunfisch-Auflauf mit grünen Oliven, und mit Gemüse der cremige Brokkoli-Kartoffel-Auflauf.
