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Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Suppen & Eintöpfe

Deftige Gulaschsuppe nach Hausmacherart mit Rindfleisch und Kartoffeln

Deftige Gulaschsuppe

Bei uns zu Hause gab es Gulaschsuppe immer dann, wenn draußen der erste richtige Herbstwind pfiff – und zwar in einem Topf, der eigentlich viel zu groß für zwei Personen war. Das hatte seinen Grund: Diese Suppe kocht man nicht für einen Abend. Am zweiten Tag, wenn Majoran, Kümmel und Paprika richtig durchgezogen sind, ist sie erst auf dem Höhepunkt. Das Geheimnis liegt in zwei unscheinbaren Momenten: dem kräftigen, portionsweisen Anbraten des Rindfleischs und dem kurzen Rösten des Paprikapulvers, das nur wenige Sekunden Hitze verträgt, bevor es bitter wird. Wer diese beiden Schritte ernst nimmt, bekommt eine Suppe mit tiefem Schmoraroma, zartem Fleisch und einer Brühe, die von den Kartoffeln ganz von allein sämig gebunden wird – ohne Mehl, ohne Sahne, ohne Tricks.

Deftige Gulaschsuppe

Was die Gulaschsuppe vom klassischen Gulasch unterscheidet

Viele verwechseln beides – dabei sind es zwei verschiedene Gerichte mit derselben Seele. Ein Gulasch ist ein Schmorgericht mit dicker, konzentrierter Sauce, das Beilagen wie Knödel oder Spätzle braucht. Die Gulaschsuppe dagegen ist ein vollständiges Essen im Teller: mehr Brühe, dazu Kartoffeln, Möhren und Sellerie direkt im Topf. Das Fleisch wird deshalb etwas kleiner gewürfelt, damit es auf den Löffel passt. Wer eher die kräftige Schmorvariante mit viel Sauce sucht, findet sie in unserem zarten Rindergulasch mit Zwiebeln und kräftiger Schmorsauce – die Suppe hier ist die unkompliziertere Schwester für den großen Topf.

Zeitaufwand und Portionen

  • Vorbereitung: 25 Minuten
  • Ruhezeit: Keine
  • Kochzeit: 2 Stunden
  • Gesamtzeit: 2 Stunden 25 Minuten
  • Portionen: 6 Personen
  • Schwierigkeitsgrad: Einfach
  • Topfgröße: Schmortopf oder gusseiserner Bräter mit mindestens 5 Litern Fassungsvermögen

Zutaten

  • 2 EL Pflanzenöl
  • 800 g Rindergulasch, in Würfeln
  • 2 große Zwiebeln (ca. 300 g), gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 TL Kümmel, leicht zerstoßen
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Salz
  • 2 rote Paprikaschoten (ca. 300 g), gewürfelt
  • 2 Möhren (ca. 180 g), in Scheiben
  • 2 Stangen Sellerie (ca. 120 g), in Scheiben
  • 400 g Kartoffeln, geschält und gewürfelt
  • 800 ml Rinderbrühe
  • 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 2 EL gehackte Petersilie

Zubereitung

  1. Fleisch kräftig anbraten
    Das Pflanzenöl in einem großen Schmortopf stark erhitzen. Das Rindergulasch portionsweise jeweils 3 bis 4 Minuten rundherum kräftig anbraten. Das Fleisch sollte eine dunkelbraune Kruste entwickeln, aber nicht verbrennen. Anschließend im Topf belassen.
  2. Zwiebeln und Gewürze anschwitzen
    Die Zwiebeln zum Fleisch geben und bei mittlerer Hitze 6 bis 8 Minuten glasig bis leicht goldbraun anschwitzen. Den Knoblauch hinzufügen und etwa 30 Sekunden mitbraten. Tomatenmark einrühren und 1 Minute rösten. Danach Paprikapulver, geräuchertes Paprikapulver, Kümmel, Majoran, Pfeffer und Salz unterrühren. Die Gewürze nur kurz erhitzen, damit sie ihr Aroma entfalten, ohne bitter zu werden.
  3. Gemüse hinzufügen
    Paprika, Möhren und Sellerie in den Topf geben und 3 bis 4 Minuten mitbraten. Anschließend die Kartoffelwürfel unterheben. Das Gemüse sollte leicht glänzen und die Gewürze gleichmäßig aufgenommen haben.
  4. Suppe aufgießen und schmoren
    Mit der Rinderbrühe und den gehackten Tomaten aufgießen. Alles gut verrühren und einmal aufkochen lassen. Danach die Hitze reduzieren und die Gulaschsuppe mit geschlossenem Deckel 90 Minuten sanft köcheln lassen. Gelegentlich umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt.
  5. Kartoffeln weich garen
    Nach den ersten 90 Minuten prüfen, ob das Fleisch bereits weich wird. Falls nötig weitere 20 bis 30 Minuten köcheln lassen. Die Suppe ist fertig, wenn das Fleisch zart ist und sich die Kartoffeln mit einer Gabel leicht zerdrücken lassen. Die Flüssigkeit sollte leicht sämig sein.
  6. Abschmecken und servieren
    Die Petersilie unterrühren und die Suppe nochmals abschmecken. Direkt heiß servieren. Besonders gut passt frisches Bauernbrot oder ein kräftiges Roggenbrot dazu.

Margaretes Tipp

  • Das Fleisch portionsweise anbraten, damit es röstet und nicht kocht. Liegen zu viele Würfel gleichzeitig im Topf, sinkt die Temperatur, das Fleisch zieht Wasser und wird grau statt braun.
  • Paprikapulver niemals zu lange ohne Flüssigkeit erhitzen, da es bitter werden kann. Im Zweifel den Topf kurz von der Platte ziehen, bevor die Gewürze hineinkommen.
  • Die Suppe nur leicht köcheln lassen – es sollen einzelne Blasen aufsteigen, kein sprudelndes Kochen. Nur so bleibt das Fleisch zart.
  • Falls die Suppe zu dick wird, etwas heiße Rinderbrühe ergänzen.
  • Einen Tag durchgezogen entwickelt die Gulaschsuppe ein noch intensiveres Aroma – kochen Sie also ruhig die volle Menge, auch wenn Sie nur zu zweit sind.

Welcher Topf eignet sich am besten?

Ein schwerer gusseiserner Bräter ist hier klar im Vorteil: Er speichert die Hitze gleichmäßig, verzeiht auch mal fünf Minuten Unaufmerksamkeit und lässt sich zum Anbraten richtig heiß machen. Ein Edelstahltopf mit dickem Sandwichboden funktioniert ebenfalls gut – dünnwandige Töpfe dagegen führen schnell dazu, dass Tomatenmark und Paprika am Boden ansetzen. Wichtig ist vor allem das Fassungsvermögen von mindestens 5 Litern, denn Fleisch, Gemüse und Brühe kommen zusammen auf gut 3,5 Liter, und beim Umrühren braucht es Platz. Wer keinen passenden Deckel hat, kann den Topf notfalls mit einem Backblech abdecken.

Zutaten austauschen – so geht es

  • Mit Rinderwade: Statt Gulasch eignet sich Rinderwade hervorragend und wird besonders saftig, benötigt jedoch etwa 20 Minuten längere Garzeit.
  • Mit festkochenden Kartoffeln: Sie behalten ihre Form besser und sorgen für eine klarere Suppe. Mehligkochende zerfallen stärker und binden dafür sämiger – beides hat seine Liebhaber.
  • Mit gelber Paprika: Kann eine rote Paprika ersetzen und sorgt für eine etwas mildere Süße.
  • Etwas schärfer: Einen Teil des edelsüßen Paprikapulvers durch scharfes Paprikapulver ersetzen. Dadurch verändert sich der Geschmack, die Garzeit bleibt gleich.
  • Im Backofen: Nach dem Aufkochen den geschlossenen Bräter bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 2 Stunden im Ofen schmoren lassen. Das spart das Umrühren, weil die Hitze von allen Seiten kommt.

So bleibt es frisch

Die vollständig abgekühlte Gulaschsuppe in einen luftdicht verschlossenen Behälter füllen und bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Zum Erwärmen langsam in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und gelegentlich umrühren. Falls sie eingedickt ist, etwas heiße Rinderbrühe hinzufügen. Zum Einfrieren portionsweise abfüllen. Im Gefrierschrank hält sich die Suppe bis zu 3 Monate. Vor dem Servieren vollständig auftauen und gründlich erhitzen.

Gut zu wissen

Welches Fleisch eignet sich am besten?

Am besten eignet sich Rindergulasch aus Schulter oder Wade. Diese Stücke haben genug Bindegewebe, das beim langen Schmoren zu Gelatine wird – genau das macht die Suppe rund und das Fleisch zart. Mageres Muskelfleisch wie Filet wäre hier verschenkt: Es wird trocken statt mürbe.

Warum ist mein Fleisch noch zäh?

Das ist fast immer eine Frage der Zeit, nicht des Rezepts. Bindegewebe braucht bei niedriger Temperatur mindestens 90 Minuten, oft länger. Einfach weitere 20 bis 30 Minuten sanft köcheln lassen – zähes Fleisch wird durch Weiterschmoren weich, niemals durch stärkere Hitze.

Kann ich die Suppe vorbereiten?

Ja. Die Gulaschsuppe lässt sich problemlos einen Tag vorher kochen. Nach einer Nacht im Kühlschrank schmecken die Gewürze meist noch harmonischer.

Woran erkenne ich, dass die Gulaschsuppe fertig ist?

Das Fleisch lässt sich leicht mit der Gabel teilen, die Kartoffeln sind weich und die Brühe hat eine leicht sämige Konsistenz, ohne wässrig zu wirken.

Lust auf mehr aus dem großen Topf?

Wenn Ihnen diese Gulaschsuppe schmeckt, lohnt sich ein Blick auf unseren herzhaften Hackfleisch-Kartoffel-Eintopf, der mit deutlich kürzerer Garzeit auskommt und sich gut für Wochentage eignet. Ebenfalls in dieselbe Richtung geht die Hackfleisch-Gemüsesuppe mit Tomaten – sättigend, aber etwas leichter. Und wer Hülsenfrüchte mag, sollte den Kartoffel-Bohnen-Eintopf mit Wurst und Champignons probieren, der nach demselben Prinzip funktioniert: erst kräftig anrösten, dann geduldig köcheln lassen.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.